Unser Club

 

Die Anfänge

Angefangen hat alles, so erinnerte sich Clubmitglied Peter Ungethüm, so etwa in den Jahren 1950/52 als der Gewerbe-Oberlehrer Rudolf Fehling in der Mal-Fachschule Vorbereitungen zur Produktion von Amateurfilmen traf. Er sammelte Interessierte um sich, er war es, der sich für die Belange der Schmalfilmer bei der Volkshochschule einsetzte. Seit etwa 1957 gab es dann die Interessengemeinschaft der Schmalfilmamateure an der VHS Siegen. Mit Datum vom 1. Februar 1961 wurde der Schmalfilm Club Siegerland gegründet der sich dem Bund Deutscher Film-Amateure (BDFA) anschloss. 

Aktivitäten

Die Arbeitsabende fanden statt bei Clubmitgliedern in der Wohnung, im Laden oder wie's gerade passte, man war flexibel. Und man war aktiv. Es wurden viele Regionale Wettbewerbe besucht, denn es galt viel zu lernen.
Die erste öffentliche Vorführung fand in der Kassette der Sparkasse Siegen statt. Der Erfolg war groß und weitere Filmschauen folgten: Der 1. Öffentliche Schmalfilmwettbewerb in Siegen um die Goldene Klebepresse fand am 29.01.1966 im kleinen Saal der Siegerlandhalle statt. Insgesamt 11 Filme wurden gezeigt, 8mm und 16mm Format, mit und ohne Farbe, von 5 bis 12 Minuten Laufzeit aber alle schon mit Ton. Die erste goldene Klebepresse gewann Hans Linne aus (Siegen-)Trupbach mit seinem Puppentrickfilm "RING FREI". Es war mit 5 Min. der kürzeste Film des Wettbewerbs und der einzige Trickfilm. Die goldene Klebepresse wurde dann am Abend beim großen Filmball ebenfalls im kleinen Saal der Siegerlandhalle feierlich von Herrn Oberbürgermeister Eckmann überreicht. 

 

Filmfestivals

Wieder einen Schritt weiter wagte man sich am 19/20. April 1969 beim Regional - Wettbewerb der Region V Mainland des BDFA in der Bühne der Stadt Siegen mit großem Filmball am Samstagabend in der Weißtalhalle. Seitdem werden immer Filme zu Filmfestivals gemeldet, mit z.T. großen Erfolgen: Weitermeldungen zum Landesfilmfestival sind normal, zu Bundesfilmfestivals bei einigen Autoren auch regelmäßig, und auch beim höchsten deutschen Amateur-Filmfestival DAFF war der Club schon vertreten.

Zugehörigkeit

Die Zugehörigkeit zur Region V Mainland (wo doch Siegen an der Sieg und in NRW liegt) mag man mit Befremden registrieren, aber das Siegerland war eigentlich schon immer Grenzland und da gibt es Kontakte nach vielen Seiten. Auf dem Siegener Schloss residierten seit 1079 die Grafen/Fürsten/Reichsfürsten zu Nassau-Siegen, Nassau-Breda Nassau-Oranien sodass nach dem Süden immer schon intensive Kontakte vorhanden waren. Erst 1815 als Siegen zu Preußen kam begann die Nord-Orientierung. Zudem sind die Entfernungen zu den Zentren in Rheinland und Westfalen auch nicht kleiner; das war auch vor dem Bau der Autobahn A45 Sauerlandlinie nicht anders. Durch die Neuordnung des BDFA in Landesverbände blieb der AFC Siegerland bei den altbekannten Clubs und somit beim Landesverband Hessen im BDFA.  

 

Clubabende und Clubstudio

Die Clubabende mit Filmvorführung fanden, so konnte ich im Archiv nachlesen, nachweislich seit dem 4.Nov.1964 (vielleicht länger) an jedem ersten Mittwoch im Monat in der Gaststätte zum Stadion (Diesel) in Siegen, Oechelhäuser Str. statt. Wir waren den Wirtsleuten sehr dankbar, dass wir uns all die Jahre bei ihnen treffen und Filme zeigen konnten, denn wer Filme sieht hat wenig Zeit etwas zu verzehren. Aber im Juli 2010 war nach 46 Jahren auch diese Tradition zum Ende gekommen: Die Gaststätte Diesel schloss für immer die Pforten. 

So regelmäßig die Clubabende auch stattfanden, so unregelmäßig war es lange Jahre um die Arbeitsabende bestellt.

Im Jahre 1982 aber war es dann endlich so weit: Nach mehr als 2-jähriger Arbeit - alles Eigenleistung - konnte unser Clubstudio im Keller des Fachwerkhauses Siegstraße 100 in Netphen Dreis-Tiefenbach eingeweiht werden. Damit man in dem ehemaligen Kuhstall wenigstens den aufrechten Gang pflegen konnte, musste der Boden um mehr als 40 cm abgesenkt werden. Dann mussten auch die Fundamente noch verstärkt sowie Wände und Decke einer Spezialbehandlung unterzogen werden.

Und seit demJahre 2008mussten wir unsern geliebten Clubkeller verlassen und treffen uns fortan imHaus HerbstzeitlosinSiegen Marienborner Straße 151. Der Raum ist größer und macht einen tadellosen Eindruck. Wir sind jetzt Nutzer im Senioren-Begegnungszentrum in Siegen – nun ja, von unserer Alterststruktur her passen wir ja auch gut dort hinein.

Eine Leinwand ist angebracht, und zwei Schränke für unsere Technik aufgestellt, und auch sonst passt alles gut für uns.

 

Freundschaften

Im Jahr 1982 begann eine länderübergreifende Freundschaft mit der "Film en Fotogroep Wijnandsrade" in den Niederlanden. Aus Holland kommend suchte Johann Meessen Kontakt zu deutschen Filmern und traf ausgerechnet auf Willi Bernholz, einen unserer aktivsten Filmer. Die Beiden machten gleich bei der ersten Begegnung die Nacht zum Tage, schauten viele Filme an und diskutierten beinahe endlos und seither treffen sich beide Clubs mal in Holland, mal hier mindestens einmal im Jahr zu Filmschau, Erfahrungsaustausch und fröhlichem Beisammensein. 

 

Unser Club

Der Club wurde 1961 gegründet als Schmalfilmclub Siegerland. Seit 1968 waren wir dann der Amateurfilmclub (AFC) Siegerland, und seit 1987 der Film- und Video-Club (FVC) Siegerland.

Aber immer waren wir der Filmclub, der Club nämlich, der Filme macht.

Ein großer Club sind wir nie gewesen, vielleicht ist es besser so, sind doch Filmer immer auch Individualisten. Da hat es die Clubleitung leichter, einen kleineren Haufen unter einen Hut zu kriegen. Seit vielen Jahren liegt die Mitgliederzahl so zwischen 25 und 35. Auch sind nicht alle Mitglieder aktiv, oder zeigen ständig neue Filme. 
Aber freie Filmer, das sind wir! Damit meine ich die ganz große Chance des Nicht-Profis, das und nur das zu filmen was er will, und alles so und nur so darzustellen wie er es will. Da gibt es keinen Geldgeber, der die Richtung vorgibt und auch keinen Kritiker, der glaubt seinem Ruf als Meister im Zerreißen von Filmen treu bleiben zu müssen. 
Wir sind also wirklich die Filmer mit der größten Freiheit, die es gibt. Nutzen wir diese Chance und freuen wir uns darüber.

Dieter Kopelke (DKD)

 

 

 

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