FVC 2019

Film des Jahres 2018 von Horst Thomas

 

 

Der beste Film des Jahres 2018 ist „Die Rieselfelder bei Münster“ von Horst Thomas, Kreuztal. Er nimmt uns mit in ein Naturschutzgebiet der besonderen Art: Bei vielen Städten gab es Rieselfelder in denen die Feststoffe im Abwasser sich absetzen konnten. Die Feuchtbiotope wurden so zu einem idealen Rückzugsgebiet für Wasservögel aller Art. In gestochen scharfen Aufnahmen höchster Qualität zeigt er uns Stockenten, Blesshühner aber auch Graugänse Kanadagänse und die besonders aggressiven Nilgänse. Haubentaucher sehen wir beim „Hochzeitstanz“ und danach auch beim Nestbau. 

Als Münster größer wurde, reichten Rieselfelder nicht mehr aus und städtische Kläranlagen übernahmen die Aufgabe. Um aber das Biotop als Naturschutzgebiet zu erhalten wird nun das unten ablaufende Wasser wieder hochgepumpt und bildet so ein stadtnahes Naturschutzgebiet, das viele Besucher anlockt. Hans-Peter Gebhardt, Vorsitzender des Film- und Video-Club Siegerland lobte besonders die hervorragenden Aufnahmen und überreichte Thomas den begehrten Oskar.

 

Den Zweiten Preis bekam Helmut Drabe aus Wilnsdorf-Obersdorf für seinen Film „Eine Insel im Atlantik“ mit einem wunderschönen Portrait des sonnenverwöhnten Eilands Madeira. Natürlich beginnt alles in Funchal, der Hauptstadt und Hafenstadt, die gerne auch von Kreuzfahrtschiffen angelaufen wird, wo die zurückgelassene Yacht der Beatles einen ungewöhnlichen Anziehungspunkt bildet, mit dem historischen Markt Mercado dos Lavradores und dem botanischen Garten. Er geht verschlungene Wege durch das Rabacal entlang betonierter Wasserrinnen Levadas, die den Regen der einen auf die andere Seite der Insel leiten, nach Porto Moniz mit seinem einzigartigen Naturschwimmbad. Vorbei an atemberaubenden Steilküsten auf abenteuerlichen Küstenstraßen – nichts für schwache Nerven – die aber Momente außergewöhnlicher Aufnahmen eröffnen. Der warmherzig persönliche Kommentar von Ingrid Drabe, der gut informierte ohne überladen zu wirken verleiht dem Film seine besondere Note, wie Gebhard hervorhob.

 

Der dritte Preis wurde Dieter Kopelke, Siegen, für seinen Film „Vergangenheit Heute“ zugesprochen. Er nimmt uns mit nach Erfurt im Sommer 1989, kurz vor der Öffnung der innerdeutschen Grenze. Nach fast vierzig Jahren kommt Reinhild Kopelke, in Erfurt geboren, erstmals wieder zurück um vergangenes zu suchen. Erinnerungen werden wach, alte bekannte Wege bestimmen die Suche heute, zeigen Vertrautes und Erschreckendes. Natürlich die Krämerbrücke mit den Häusern darauf, Dom und Severikirche, der Anger und vieles mehr. Und dann die ganz vertraute persönliche Umgebung eines 10-jährigen Mädchens. Der Film entstand schon 1990 auf Super-8 Filmmaterial erlangte aber durch die Clubfahrt nach Erfurt im letzten Herbst besondere Aktualität. Und ein dritter Preis ist auch heute eine Bestätigung für die hohe Qualität der digitalisierten Überarbeitung des Films.

Hans-Peter Gebhardt überreichte jetzt Oskar und Urkunden und dankte allen Filmern, die sich auch 2018 wieder am Clubwettbewerb beteiligt hatten.